Rohstoffmangel, Klimawandel und Bevölkerungszunahme: Drei Faktoren, die immer stärker eine nachhaltige Stadtentwicklung fordern. In Abu Dhabi entsteht mit Masdar City eine Wohn-, Arbeits- und Forschungsgebiet nach umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Gesichtspunkten.
Im Wüstensand von Abu Dhabi soll schon bald die modernste Ökostadt der Welt liegen. Auf sieben Quadratkilometern finden knapp 40.000 Einwohner Platz. Hier soll zukünftig auch der Hauptsitz der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) liegen. Vollautomatische Gondeln fahren anstelle von benzinbetriebenen Autos durch die Anlage – elektronische Fahrzeuge sind hingegen gestattet. Der japanische Hersteller Mitsubishi hat bereits zehn Stromautos zur Verfügung gestellt. Sie sind Teil der „EV Smart Community“ und auf Anzeigetafeln können Bewohner erkennen, wo sie sich gerade befinden.
Erklärtes Ziel ist, eine CO²-neutrale Wissenschaftsstadt, die ausschließlich Erneuerbare Energien nutzt, zu etablieren. Der größte Energielieferant für Masdar City ist die Sonne, zwischen den Häusern ist sie aber unerwünscht. Die Architektur sieht durch die enge und hohe Bauweise vor, möglichst wenig Strahlung auf die schmalen, schattigen Straßen und Wege zu lassen. So soll die Temperatur im Vergleich zu den großen Boulevards in Abu Dhabi niedriger bleiben. Glasverstärkte Betongitter und Hightech-Isolation versuchen außerdem, die Wärme außerhalb der Gebäude zu halten. Solare Kühlung und die Umwandlung von Sonnen- in Wärmeenergie zählen zu den innovativen Techniken die getestet werden. Ein Solarkraftwerk mit einer Leistung von 10 Megawatt und einer Produktion von 17.500 Megawattstunden pro Jahr macht die Siedlung bereits unabhängig von weiteren Stromquellen.
Masdar gilt unter Experten als gutes Beispiel für umweltorientiert „Smart Cities“. Die Vollendung des ambitionierten Projekts wurde von 2015 auf 2020 verschoben.

