Geschichte

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Abu Dhabi Geschichte

Geschichte Abu Dhabi

Abu Dhabis Geschichte und Entstehung ist eng mit der Verbreitung des Islams auf der Arabischen Halbinsel und im Mittleren Osten verknüpft.  Im siebten Jahrhundert n. Chr. begann dessen Entwicklung im heutigen Saudi-Arabien, als der Prophet Mohammed den Koran empfing. Von Mekka und Medina breitete sich die Lehre des Islams auf die umliegenden Gebiete aus. Die Gegend war aufgrund des rauen Wüstenklimas zum größten Teil von Nomaden besiedelt.

Piraten und Perlen

Im 16. Jahrhundert stand Abu Dhabi unter dem Einfluss des Osmanischen Reichs. Doch schon bald übernahmen die Portugiesen die Vorherrschaft indem sie Stützpunkte zur Sicherung der Handelsroute nach Indien bauten. Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte der Stamm der Bani-Yas auf der Insel, wo sich heute das Stadtgebiet von Abu Dhabi befindet, eine Wasserquelle. Die Herrscherfamilie Al Nahyan, die noch heute in dem Emirat regiert, errichtete daraufhin die Festung Qasr Al Hosn. In der Nähe siedelten Perlentaucher an und der Handel mit Perlmutt florierte. Gleichzeitig wurde die Küste der heutigen Vereinigten Arabischen Emirate im Süden des Persischen Golfs als Seeräuberküste bekannt, da dort ansässige Piraten die Handelsschifffahrt zwischen dem Mittleren Osten und Ostasien bedrohten. Ihre Zentren befanden Sich vor allem in den Emiraten Sharjah und Ras Al Khaimah. Da neben dem Oman auch der Handelsweg nach Indien unter den Attacken litt, schaltete sich Großbritannien ein. In einem Vertrag mit dem Vereinigten Königreich schlossen die Scheichtümer 1853 „ewigen Seefrieden“. Abu Dhabi gliederte sich 1892 zusammen mit den anderen Trucial States („Vertragsscheichtümern“) der Kolonialmacht England an. Die strategisch gute Lage sicherte Großbritannien die Kontrolle über den Golf von Oman und die Scheichtümer erhielten im Gegenzug den Schutz bei einem Angriff zugesagt.

Ölboom

Bis in das 20. Jahrhundert waren Perlen das wichtigste Handelsgut Abu Dhabis. Mit der Weltwirtschaftskrise 1929 und der Flut preiswerter Zuchtperlen auf dem Markt verabschiedete sich das Emirat jedoch von dem bedeutenden Wirtschaftszweig. In den 1930er Jahren starteten auf der Arabischen Halbinsel erste Testbohrungen von Ölfirmen und Anfang der 1960er Jahre kam es zum Fund großer Mengen. Mit der Erdölförderung und dem Export ab 1962 begann ein steiler wirtschaftlicher Aufstieg. Der damalige Herrscher Scheich Shakhbut ließ jedoch kaum Geld in Bildung und Entwicklung fließen. Er galt als unbeliebt, so dass sein Bruder Zayed bin Sultan al Nahyan mit Unterstützung der Familie, Omans und Großbritanniens durch einen unblutigen Palastputsch die Herrschaft übernahm. Damit begann ein umfangreiches Programm zum Ausbau der Infrastruktur und in Abu Dhabi entstanden Straßen, Krankenhäuser und Schulen für die Bevölkerung.

Rückzug Großbritanniens und Gründung der Union

Im Jahr  1968 begann Großbritannien sich von der Arabischen Halbinsel zurückzuziehen. Die verschiedenen Emirate erkannten daraufhin, dass Sie gemeinsam eine stärkere Stimme im Nahen Osten hätten. Die Herrscher von Abu Dhabi und Dubai entschieden sich 1971 dazu, zusammen mit den fünf Emiraten Ajman, Sharjah, Fujairah und Umm al-Qaiwain eine Union zu gründen. Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan wurde zum Präsidenten und Abu Dhabi zur Hauptstadt auserkoren. Im Jahr 1972 folgte auch Ras Al Khaimah in den Bund der Vereinigten Arabischen Emirate (V.A.E.).

Vater der Nation – Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan

Abu_Dhabi-(017)-Emirates-Palace---Sheikh-ZayedScheich Zayed bin Sultan al Nahyan hatte maßgeblichen Einfluss auf den Lauf der Geschichte Abu Dhabis. Als jüngster Sohn von Scheich Sultan bin Zayed bin Khalifa Al Nahyan wurde er 1918 in der Oasenstadt Al Ain geboren. Seine Familie pflegte ein traditionelles Leben in der Wüste als Beduinen, so dass er anstatt einer schulischen Bildung lediglich eine elementare Einweisung in den Islam erhielt. 1946 wurde er zum Governeur der östlichen Region Abu Dhabis mit Sitz in Al Ain ernannt und half dort ausländischen Firmen bei der  Suche nach Erdöl. Die Herrschaft über Abu Dhabi übernahm er 1966 und über die gesamten V.A.E. im Jahr 1971. Mit ihm begann eine neue Ära für die Entwicklung der Emirate und die Einheimischen bezeichnen ihn auch noch heute als „Vater der Nation“.

Durch seine zukunftsorientierten Entscheidungen galt Scheich Zayed bin Sultan al Nahyan als besonders weltoffen. Er erlaubte private, unabhängige Medien und tolerierte die Ausübung anderer Religionen. Sein liberaler Führungsstil war in der konservativen arabischen Welt nicht immer gern gesehen, verschaffte jedoch den V.A.E. bis heute ein explosionsartiges wirtschaftliches Wachstum und einen hohen Wohlstand. Trotz seines Reichtums pflegte er einen traditionellen Lebensstil. Sein größtes Hobby war die Falkenjagd. Der Tierschutz lag ihm besonders am Herzen, so dass er z.B. auf der Insel Sir Bani Yas ein Wildgehege für vom Aussterben bedrohte Arten gründete.

Im Jahr 2000 musste Scheich Zayed bin Sultan al Nahyan in den USA eine Niere transplantiert werden. Nach langwieriger Krankheit starb er im November 2004 im Alter von 86 Jahren. Nach dem Tod seines Vater wurde sein erster und ältester Sohn Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan zum neuen Herrscher von Abu Dhabi und Präsidenten der V.A.E. ernannt. Er leitete bereits während der langen Krankheit die Geschicke der Nation.


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